Die georgische Schwarzmeerküste ist knapp über 300 Kilometer lang und wird in Immobilienangeboten meist auf ein einziges Wort reduziert: Batumi. Das greift zu kurz. Zwischen der türkischen Grenze im Süden und Abchasien im Norden liegen Orte mit sehr unterschiedlichem Charakter, unterschiedlicher Infrastruktur und sehr unterschiedlichen Risiken. Dieser Beitrag sortiert die Küste. Den Rahmen liefert unsere Hauptseite zu Immobilien in Georgien.
Was an der georgischen Küste den Preis macht, ist nicht das Meer – das haben alle Orte. Es sind Infrastruktur, Saisonlänge und Nachfragetiefe. Ein Ort mit Flughafenanbindung, ganzjährigem Betrieb und internationaler Nachfrage funktioniert anders als ein Ferienort, der für acht Monate im Jahr weitgehend stillsteht.
Batumi ist das Zentrum: die größte Stadt der Region, mit Hafen, Flughafen, Universität und dem mit Abstand tiefsten Immobilienmarkt. Wer Liquidität braucht – also die realistische Aussicht, in einigen Jahren zu einem vernünftigen Preis wieder verkaufen zu können –, findet sie hier am ehesten. Details im Beitrag Immobilien in Batumi.
Die kleineren Orte entlang der Küste bieten niedrigere Einstiegspreise und ruhigere Lagen. Sie bezahlen das mit kürzerer Saison, dünnerer Nachfrage und einem deutlich engeren Käuferkreis beim Wiederverkauf. Das ist kein Argument dagegen – es ist ein Argument dafür, den Ausstieg mitzudenken, bevor Sie einsteigen.
Wohnungen, Häuser, Gewerbeobjekte und nichtlandwirtschaftliche Grundstücke stehen ausländischen Käufern offen, ohne Genehmigung und ohne Aufenthaltstitel.
Zwei Einschränkungen sind an der Küste wichtiger als anderswo. Die erste betrifft landwirtschaftliche Flächen: Je weiter Sie sich von den Stadtgebieten entfernen, desto häufiger sind Grundstücke entsprechend gewidmet – und dann ist der Erwerb durch eine ausländische Privatperson ausgeschlossen. Die zweite betrifft Abchasien: Für das besetzte Gebiet im Nordwesten gelten eigene gesetzliche Beschränkungen für wirtschaftliche Aktivitäten und Immobiliengeschäfte. Angebote, die dorthin verweisen, gehören nicht in eine seriöse Auswahl.
Der Erwerb läuft überall in Georgien gleich. Vor allem steht die Prüfung: Registerstand, Lasten, Widmung, Baugenehmigung, bei Neubauten die Historie des Bauträgers. Danach Reservierung, Kaufvertrag, Zahlung über Bankkonto, Eintragung.
Die Eintragung im Nationalen Register dauert regulär vier Arbeitstage; gegen Aufschlag geht es an einem Arbeitstag oder taggleich, die Gebühren liegen im niedrigen dreistelligen Lari-Bereich. Eine notarielle Beurkundung ist nicht zwingend. Eine Grunderwerbsteuer im deutschen Sinne gibt es nicht.
Wer nicht anreisen kann, lässt sich per notariell beglaubigter Vollmacht mit Apostille vertreten; Georgien ist Vertragsstaat des Haager Übereinkommens seit 2007. Der elektronische Fernabschluss des Registers ist per Vollmacht ausdrücklich nicht nutzbar.
Auf Mieteinnahmen aus Wohnimmobilien greift ein Satz von 5 Prozent auf die Bruttomiete, wenn keine Aufwendungen abgezogen werden; andernfalls gilt der reguläre Satz auf den Gewinn. Beim Verkauf beträgt der Satz 5 Prozent auf den Gewinn, nach mehr als zwei Jahren Haltedauer ist der Verkauf in Georgien steuerfrei – sofern die Immobilie nicht in einer wirtschaftlichen Tätigkeit eingesetzt war.
Der viel beworbene Ein-Prozent-Status für Kleinunternehmer erfasst Mieteinnahmen nicht. Und Ihre Erklärungspflicht im Wohnsitzstaat besteht unabhängig davon, was in Georgien anfällt.
Die Küste ist der emotionalste Teil des georgischen Immobilienmarkts, und Emotion ist beim Immobilienkauf ein schlechter Ratgeber. Was an einem Julinachmittag überzeugt, sieht im November anders aus. Fahren Sie hin, und zwar nicht nur in der Saison. Sehen Sie sich an, was im Ort geöffnet hat, wenn keine Touristen da sind. Das ist die ehrlichste Auskunft über die Nachfragetiefe, die Sie bekommen können.
Wer primär Ertrag sucht, sollte die Küste gegen Tiflis rechnen, bevor er sich entscheidet: Wohnung kaufen in Tiflis. Wer primär ein Objekt am Meer will, sollte das offen sagen – dann ist die Renditerechnung nicht das entscheidende Kriterium, und das ist völlig in Ordnung.
Am Anfang steht der Kaufpreis, am Ende steht der Wiederverkauf – und an der Küste liegen zwischen beiden oft mehr Jahre als geplant. Der georgische Markt ist kleiner als der deutsche, und außerhalb von Batumi ist er sehr viel kleiner. Wer in einem Ferienort kauft, in dem im Winter kaum jemand ist, verkauft dort auch nur im Sommer – und dann an einen Käuferkreis, der aus denselben Gründen kauft wie Sie damals. Für die Kalkulation heißt das: Rechnen Sie mit einer Vermarktungsdauer, die deutlich länger ist als in einem deutschen Ballungsraum, und prüfen Sie vor dem Kauf, wie viele vergleichbare Objekte im Ort gerade angeboten werden. Ein überfluteter Markt beim Einstieg ist ein überfluteter Markt beim Ausstieg.
Welcher Ort an der Küste ist der richtige?
Das hängt daran, ob Sie Ertrag, Eigennutzung oder Wertentwicklung in den Vordergrund stellen. Batumi bietet die größte Markttiefe, die kleineren Orte niedrigere Preise und weniger Nachfrage.
Kann ich ein Grundstück direkt am Strand kaufen?
Nichtlandwirtschaftliche Grundstücke ja. Prüfen Sie vorher Widmung, Bebaubarkeit und Küstenschutzauflagen.
Wie steht es um Abchasien?
Für das besetzte Gebiet gelten gesetzliche Beschränkungen. Immobiliengeschäfte dort sollten Sie nicht eingehen.
Wie lange dauert der Erwerb insgesamt?
Die Eintragung dauert Tage. Was Zeit kostet, ist die Prüfung davor – und die sollte sie kosten.
Stand: 1. September 2026. Allgemeine Information, keine Beratung im Einzelfall. Zur Einordnung: Immobilien in Georgien.
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